Erdwärme in Kenia: BGR erschließt neue Energiequellen
Wo in vielen Ländern noch Energie zum größten Teil aus atomaren und fossilen Brennstoffen gewonnen wird, sind andere Länder – sogar manche Entwicklungsländer – weit voraus. Eines dieser engagierten Länder ist der Staat Kenia. Kenia deckt bereits heute seinen Energiebedarf mit regenerativer Energie. Hauptträger ist dort die Wasserenergie, die 75 Prozent der Bevölkerung und Industrie mit Strom versorgt. Weitere 22 Prozent werden bereits mit Erdwärme gedeckt.
Durch eine anhaltende Trockenperiode bringt die hohe Abhängigkeit des Landes in Bezug auf die Wasserenergie einige Nachteile mit sich. Dies könnte für weiter anhaltende Versorgungskrisen beim steigenden Energiehunger des Entwicklungslandes sorgen. Um Unabhängigkeit bei der Stromversorgung zu erreichen, will das Land die Energiequelle Erdwärme stärker ausschöpfen. Dabei unterstützt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, kurz BGR, Kenia mit einem neuen Projekt zur Erschließung neuer geothermaler Quellen im nördlichen Rift Valley.
Kernpunkt der Aktionen wird dabei die noch relativ unbekannte Region um den Silali Vulkan sein, die von der Geothermal Development Company (GCD) in Kenia als besonders rentabel angesehen wird. Wichtige Informationen über die ausgewählten Gebiete werden durch Besichtigungen mit Thermalkameras gewonnen, die zusammen mit Satellitenaufnahmen Aufschluss über die Nutzbarkeit des Bodens in der Umgebung geben werden. Dadurch sind die Bohrungen im Anschluss sowohl schneller als auch gezielter ausführbar.
Die Unterstützung durch die BGR erhält die kenianische Regierung seit 2005. Bei den Ausnutzungen der Geothermie stehen insbesondere Fernerkundungsmethoden und Ausbildungsmaßnahmen im Vordergrund. Dadurch soll bis zum Jahr 2018 die Nutzung der geothermischen Energie auf bis zu 1000 Megawatt ansteigen. Franca Schwarz, Leiterin des Fachbereichs für internationale Zusammenarbeit beim BGR, sieht in der Erdwärme für Kenia eine besonders sinnvolle Alternative bzw. Ergänzung zur Wasserenergie.
Das Geotherm-Programm, von dem Kenia profitiert, existiert seit 2003 und berät weltweit Partnerländer bei grundlegenden Fragen zur Entwicklung von geothermischem Potential. Gefördert werden dabei Entwicklungsländer, die aufgrund von unzureichendem Know-How vor analytischen, strategischen und vor allem technischen Problemen stehen. Das Programm bietet hierbei eine Vielzahl von Beratungsmöglichkeiten bis hin zu technischen Lehrgängen und Unterstützung bei der Standortuntersuchung. Hiermit sollen nachhaltige Entwicklungspotentiale aufgedeckt und gefördert werden. Finanziert wird das Geotherm-Programm vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.
Quelle: www.stromrechner.org

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