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Wie viel Energie benötigt ein Erlebnisbad? Marienberg spart seit 2009

Dass ein Schwimmbad ein wahrer Nimmersatt in Sachen Strom und Wärmeenergie ist, weiß jeder, der in seinem Eigenheim ein Schwimmbecken besitzt oder schon einmal in einem Ferienhaus mit Pool die Stromrechnung bezahlen musste. Diese verhältnismäßig kleinen Wassermengen angenehm zu beheizen steht jedoch in keinem Verhältnis zu einem Spaßbad. Die Stadt Marienberg war es vermutlich leid Jahr für Jahr einen Vergleich der einzelnen Stromtarife vornehmen zu müssen und installierte bereits zwei Blockheizkraftwerke. Das Wasser des Weißtraubener Stollens diente nicht nur der Erwärmung des Badewassers, sondern kühlte ebenso die Anlage bei der Stromerzeugung.

Im Sommer schaltete die Kühlung ab

Die installierte Technik sollte so effizient wie möglich sein. Daher entschied man sich für eine Abschaltautomatik. Im Sommer wurde weniger Wärmeenergie für das Wasser in den Schwimmbecken benötigt. Im Umkehrschluss bedeutete dies, dass auch keine Kühlung für die Stromversorgung zur Verfügung stand und die Anlage sich abschaltete. Damit im Gebäude nicht die Lichter ausgingen, wurde der benötigte Strom über einen Provider bezogen. Ab Oktober erzeugte die Anlage wieder eigenen Strom.

Im Jahr 2009 investierten die Verantwortlichen einen Betrag von 70.000 Euro für eine sogenannte freie Kühlung. Diese Technologie verhindert das Abschalten der Maschine und der eigene Strom steht nun auch in den Sommermonaten zur Verfügung.

Gigantischer Energiebedarf

Allein der Bedarf an Wärmeenergie wird durch die hauseigene Anlage zu 16 Prozent abgedeckt. Nur 16 Prozent? Das ist ja nicht gerade viel! Wenn man allerdings bedenkt, dass allein dieser geringe Anteil mit dem Wärmeverbrauch von mehr als 80 Einfamilienhäusern gleichzusetzen ist, bekommen die Daten eine wesentlich höhere Relevanz. Die Betreiber konnten seit der Nutzung der Geothermie eine Erdgaseinsparung von 1,3 Millionen Kilowattstunden pro Jahr verbuchen. In weiteren Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, 44.000 Euro und 215 Tonnen CO2.

Auch künftig möchte man in Sachsen auf die Geothermie setzen. Die Bestrebungen der Bundesregierung zur Energiewende sind hier gern gesehen. Möglicherweise lassen sich in den kommenden Jahren weitere Projekte dieser Art realisieren. Bis dato ist das Erlebnisbad Aqua Marin der einzige Nutzer der Anlage. Um zusätzliche Konzeptionen zu prüfen, wurde die städtische Administration beauftragt, eine Erhebung hinsichtlich der Kosten und Nutzen vorzunehmen.


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