Deutschland dient den Schweizern als Vorbild - Geothermie ist in
Bereits in den vergangenen Jahren versuchte die Schweiz, sich nach und nach von ihrer Anhängigkeit von den Atomkraftwerken zu lösen. Leider blieben die durchschlagenden Erfolge aus. Entweder fand man in der gewünschten Tiefe nicht die Hitze, die notwendig gewesen wäre, um Strom und Heizungswärme zu erzeugen oder eine Naturkatastrophe machte den Eidgenossen einen Strich durch die Rechnung. Die Versuche der Nutzung der Erdwärme waren bislang jedoch auch ein wenig halbherzig. Zur Ausbeutung dieser Energieressource ist es eben erforderlich, immense Summen zu investieren.
Ob das aktuelle Unglück in Japan der Auslöser dafür war, nun einen neuen Anlauf zu starten ist dahingestellt. Die Schweizer haben sich jedoch entschlossen, dem europäischen und sogar weltweitem Trend zu folgen und künftig den Ausstieg aus der Atomkraft anzustreben. Dabei steht die Nutzung der Erdwärme an vorderster Stelle. Eines der Projekte ist ein Tiefbohrung von über 4000 Meter in der Nähe von Sankt Gallen. Die Baumaßnahmen, das heißt, die Vorbereitung der Bohrstelle, haben bereits begonnen. Im Jahr 2012 soll im Sittertobel der Bohrer angesetzt werden. Als Muster für dieses Projekt dient unter anderem das Geothermie-Kraftwerk in Unterhaching in Bayern. Dort werden schon jetzt zirka 10.000 Haushalte mit elektrischer Energie und Wärme aus der Erde versorgt. Die Schweizer hoffen, aufgrund der räumlichen Nähe, den gleichen Heißwasserstrom zu treffen, der in Unterhaching genutzt wird.
Insgesamt sollen sich die Kostenschätzungen laut Aussagen von Spezialisten für ein Tiefenkraftwerk auf sechs Milliarden Franken belaufen. Die Regierungsvertreter sind trotz des enormen Aufwandes bereit, diese Ideen zu unterstützen. Ebenfalls die lokalen Energieversorger beteiligen sich mit Geldern. Neben diesem einen Großkraftwerk plant man in der Schweiz außerdem, diverse kleine Projekte zu realisieren, die noch einmal mit bis zu 700 Millionen Franken zu Buche schlagen. Der Bau dieser Werke, die in der Nähe zu den größeren Städten errichtet werden sollen, ist für einen Zeitraum von 15 Jahren geplant.
Was für die Schweiz Neuland ist, wurde in Deutschland bereits in 10 Kraftwerken umgesetzt. Selbst bei einem Stromrechner im Netz können Verbraucher schon jetzt auswählen, ob sie lieber Strom und Wärme aus den Erneuerbaren beziehen möchten, oder nach wie vor auf Atomkraft oder Kohle zurückgreifen.

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